Blade Runner 2049 — Ein würdiger Nachfolger?

Blade Runner 2049

Blade Runner war ursprünglich ein Kassenflop, gewann allerdings nachfolgend eine enorme Fangemeinde. Das lag nicht zuletzt daran, dass die ursprüngliche Kinofassung stark für das Publikum vereinfacht wurde. Erst 2007 erschien die Version, wie Ridley Scott sie sich gewünscht hätte. Die späteren Versionen haben Blade Runner doch noch zu einem der beliebtesten Filme aller Zeiten werden lassen. Er ist optisch eindrucksvoll und behandelt wichtige Fragen des Mensch-Seins. Nun ist der offizielle Nachfolger in den Kinos. Kann er mit dem Vorgänger mithalten?

Blade Runner 2049 — Atemberaubende Dystopie

Kaum ein Film lässt sich so viel Zeit wie Blade Runner 2049 und das ist auch gut so. Anstatt Action-Szene an Action-Szene zu reihen oder einem die komplexe Story per Voice-Over auf dem Silbertablett zu präsentieren, wirken einige Szenen schon fast meditativ und lassen Zeit, um über das Gesehene nachzudenken. Die 30 Jahre technischer Fortschritt verhelfen dem Regisseur Denis Villeneuve  die dystopische Welt des Blade Runner Universums noch beeindruckender zu visualisieren. Gepaart mit dem Soundtrack von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch, die bereits für Dunkirk zusammengearbeitet haben, ist der Film ein wahres Festival für die Sinne.

Doch auch was die Story angeht, steht der Nachfolger dem Original in Nichts nach. Die 164 Minuten Spielzeit werden elegant genutzt, um die Story von Blade Runner 30 Jahre später stringent fortzusetzen. Es bleiben keine Logiklücken oder offenen Fragen, außer natürlich die, die aufgrund der Komplexität der behandelten Probleme offen bleiben sollen. Ryan Gossling und Harrison Ford spielen ihre Rollen gewohnt gut und verkörpern einen Wechsel des Männerstereotyps, der in der Filmgeschichte der letzten 30 Jahre stattgefunden hat. Auch die Nebenrollen von zum Beispiel Robin Wright oder Jared Leto fügen sich wunderbar ein.

Menschlicher als ein Mensch

 

Blade Runner 2049

Wie auch schon im Vorgänger wird nicht immer sofort offensichtlich, was eigentlich gerade passiert. Es ist ein Film zum mitdenken, doch genau das macht schon das Original so gut, dass man gerne am Ball bleiben und das Puzzle zusammensetzen möchte. Für die Probleme die der Film anspricht, gibt es schließlich keine einfachen Lösungen. Was macht den Menschen zum Menschen? Ist es seine Herkunft? Der Widerspruch, der in der Vorstellung verwurzelt ist, dass das essentielle des Menschen seine Herkunft ist, wird aufgezeigt und auf die Spitze getrieben. Die Replikanten sind dem Menschen so ähnlich: Sie bluten wie Menschen, fühlen wie Menschen, ja zeigen sogar oftmals mehr Empathie als die menschlichen Charaktere im Film. Da spielt es keine Rolle ob sie geboren oder geschaffen wurden. Diese Einsicht wird beeindruckend in einer Schlüsselszene Officer K (Ryan Gossling) vor Augen geführt.

Es gibt noch viele weitere Fragen: Wie gehen wir mit künstlichen Intelligenzen um? Auf die Kosten welcher Menschen errichten wir unseren Reichtum? Und wie gehen wir mit den Rohstoffen unseres Planeten um? Letztlich ist Blade Runner 2049 genauso nah an den tiefgreifendsten Problemen unserer Zeit dran, wie bereits sein Vorgänger, wenn nicht sogar noch näher. Außerdem ist es auch schön zu sehen, dass es durchaus noch Erzählstoff im Blade Runner Universum gibt. Was genau geschah beim Blackout? Wie entwickelt sich die geplante Revolution der Replikanten? Fortsetzungen sollte man ja meistens etwas kritisch beäugen. Vor allem, wenn man das Gefühl hat, sie werden nur produziert, um ein Franchise finanziell auszuschlagen. Doch das Gefühl hatte ich bei Blade Runner 2049 gar nicht. Man hat nicht auf künstlerische und erzählerische Tiefe und schwierige Probleme verzichtet, um mehr Menschen an die Kinokasse zu locken. Sollte das bei zukünftigen Fortsetzungen so bleiben, möchte ich sehr gerne noch mehr davon sehen.

Habt ihr den neuen Blade Runner gesehen? Was ist eure Meinung dazu? Ab damit in die Kommentare!

 



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