Review: American Gods Staffel 1 — Alte gegen neue Götter

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American Gods ist eine ungewöhnliche Serie. Doch gerade das macht den Reiz aus. Visuell beeindruckend und Storytelling, das einem nicht alles auf dem Silbertablett präsentiert, eine Serie also, die nicht für Jeden etwas ist, aber wenn man auf Ungewöhnliches steht, einen nicht mehr los lässt.

American Gods — Visuell ein echter Hingucker

American Gods
©Amazon Prime

American Gods ist eine Serienadaption des gleichnamigen Romans von Neil Gaiman. Die Serie muss ein hohes Budget zur Verfügung gehabt haben, denn die Produktion und der visuelle Stil sind atemberaubend. In kaum einem Film oder einer Serie habe ich so surreale Szenen gesehen. Selbst vor CGI-Szenen, die die ferne Vergangenheit zeigen, wird kein halt gemacht. Gerade hier könnte man vermuten, könnte es holprig werden, da sich die Szenen nicht in die Serie einfügen. Doch gerade diese Abwechslungsreichen Intros, die uns Geschichten über alte Götter erzählen, gehören zu den besten der Serie.

Egal ob künstlerisch inszenierte Close-Ups oder Tarantinoeske Gewaltszenen, American Gods hat visuell einiges zu bieten. Das ist vielleicht nicht für Jedermann etwas: Man muss sich auf die künstlerischen Aspekte und die surrealen Szenen der Serie einlassen. Doch wenn einem dies möglich ist, bekommt man ein sehr außergewöhnliches Erlebnis serviert.

Auch schauspielerisch auf hohem Niveau

American Gods
©Amazon Prime

Um ehrlich zu sein lässt mich die Hauptfigur Shadow Moon (Rick Whittle) relativ kalt. Der frisch entlassene Sträfling, der in den Streit zwischen alten und neuen Göttern verwickelt wird, wirkt etwas plump, uninteressant und oberflächlich. An einigen Stellen hätte man auch Dwayne „The Rock“ Johnson einsetzen können. Die gleiche Statur haben die beiden zumindest fast. Auch die Ehefrau Laura Moon (Emily Browning), die in einem Autounfall mit Shadows besten Freund stirbt und auf ungewöhnliche Art und Weise wieder zum Leben erweckt wird, ist nicht sonderlich beeindruckend.

Richtig interessant wird es allerdings bei den alten und neuen Göttern. Ian McShane spielt die Rolle des Mr. Wednesday so charmant, das jedes geheimnisvolle Wort aus seinem Mund ein Genuss ist. Pablo Schreiber (auch bekannt aus Orange is the New Black) spielt einen Leprechaun, dem das Glück abhanden gekommen ist und das auf hohem Niveau. Das sind zwei meiner absoluten Lieblingscharaktere der Serie. So haben wir in den Reihen der alten Götter einige interessante Charaktere. Um wirklich dahinter zu steigen, welche Götter hier symbolisiert werden, musste ich Wikipedia bemühen. Einige sind offensichtlich, wie eben Odin (Mr. Wednesday), andere jedoch sind in unserer Region eher weniger bekannt, wie zum Beispiel der von Peter Stormare gespielte Czernobog. (Auch eine grandiose Figur und toll gespielt von Stormare.)

Doch auch die neuen Götter haben einiges zu bieten. Im Dreiergespann Globalisierung, Technologie und Medien kommen sie daher. Crispin Glover spielt den allgegenwärtigen Mr. World. Und auch der Technische Junge (gespielt von Bruce Langley) kann als echter Unsympath überzeugen. Gillian Anderson rundet das Trio ab. Sie erscheint in der Gestalt verschiedener Medien-Stars wie Marilyn Monroe und verdreht Shadow und Mr. Wednesday den Kopf.

Ungewöhnlich aber sehenswert

American Gods ist wirklich eine ungewöhnliche Serie. Visuelle beeindruckend und tolle Charaktere zeichnen die Serie aus. Leider verliert die Serie auf Grund des hohen künstlerischen Niveaus manchmal etwas an Fahrt. In der ersten Staffel sehen wir lediglich die Vorbereitung des großen Krieges zwischen alten und neuen Göttern. Aber das lässt einen natürlich auch auf Staffel 2 hoffen. Es ist trotzdem faszinierend zu sehen, wie geschafft wurde, eine so schwere Vorlagen wie Gaimans Roman so beeindruckend zu visualisieren.

Der Macher Bryan Fuller ist ja bekannt für seinen ungewöhnlichen und extravaganten visuellen Stil. So hat er zum Beispiel der Serie Hannibal neues Leben eingehaucht. Mit Gaimans Vorlage im Rücken, so hat man das Gefühl, konnte Fuller sich bei American Gods richtig ausleben. Fuller soll ja auch für die nächste Star Trek Serie verantwortlich sein. Es wird interessant zu sehen sein, was er aus diesem Franchise herausholen kann.

Habt ihr American Gods gesehen? Wie fandet ihr die Serie? Ab damit in die Kommentare!

 



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